Der Arzt

by Johann Diederich Gries

     Von der Krankheit Glut verzehret Lag des Königs einz’ger Sohn. Alles, was die Kunst gewähret, Ward zur Rettung seines Lebens

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Angewandt, doch nur vergebens;

Allem sprach das Uebel Hohn.      Und der Vater saß am Bette, Sah des Sohnes Leben fliehn: O wer ist, der mir ihn rette?

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Alle Schätze, alle Gaben,

Was er fordert soll er haben, Nur erhalten soll er ihn!      Aber auf dem stillen Zimmer Härmt die junge Mutter sich

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Einst im vollen Jugendschimmer

Ließ um sie der Jüngling werben, Und sie sieht den Liebling sterben, Dessen Bild ihr nie erblich.

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