Der Abenteuerer

by Rainer Maria Rilke

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DER ABENTEUERER

I Wenn er unter jene, welche waren, trat: der Plötzliche, der schien, war ein Glanz wie von Gefahren in dem ausgesparten Raum um ihn,

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den er lächelnd überschritt, um einer

Herzogin den Fächer aufzuheben: diesen warmen Fächer, den er eben wollte fallen sehen. Und wenn keiner mit ihm eintrat in die Fensternische

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(wo die Parke gleich ins Träumerische

stiegen, wenn er nur nach ihnen wies), ging er lässig an die Kartentische und gewann. Und unterließ nicht, die Blicke alle zu behalten,

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die ihn zweifelnd oder zärtlich trafen,

und auch die in Spiegel fielen, galten. Er beschloß, auch heute nicht zu schlafen, wie die letzte lange Nacht, und bog einen Blick mit seinem rücksichtslosen,

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welcher war: als hätte er von Rosen

Kinder, die man irgendwo erzog.

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II

In den Tagen — (nein, es waren keine), da die Flut sein unterstes Verlies ihm bestritt, als wär es nicht das seine,

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und ihn, steigend, an die Steine

der daran gewöhnten Wölbung stieß, fiel ihm plötzlich einer von den Namen wieder ein, die er vor Zeiten trug. Und er wußte wieder: Leben kamen,

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wenn er lockte; wie im Flug

kamen sie: noch warme Leben Toter, die er, ungeduldiger, bedrohter, weiterlebte mitten drin; oder die nicht ausgelebten Leben,

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und er wußte sie hinaufzuheben,

und sie hatten wieder Sinn. Oft war keine Stelle an ihm sicher, und er zitterte: Ich bin — — — doch im nächsten Augenblicke glich er

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dem Geliebten einer Königin.

Immer wieder war ein Sein zu haben: die Geschicke angefangner Knaben,

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die, als hätte man sie nicht gewagt,

abgebrochen waren, abgesagt,

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nahm er auf und riß sie in sich hin;

denn er mußte einmal nur die Gruft solcher Aufgegebener durchschreiten, und die Düfte ihrer Möglichkeiten lagen wieder in der Luft.

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