Der Abend kommt gezogen
Der Abend kommt gezogen, Der Nebel bedeckt die See; Geheimnißvoll rauschen die Wogen, Da steigt es weiß in die Höh’.
Und setzt sich zu mir, am Strand; Die weißen Brüste quellen Hervor aus dem Schleiergewand. Sie drückt mich und sie preßt mich
Du drückst ja viel zu fest mich, Du schöne Wasserfee! „Ich presse dich, in meinen Armen, Und drücke dich mit Gewalt;
Der Abend ist gar zu kalt.“ [191] Der Mond schaut immer blasser Aus dämmriger Wolkenhöh’; Dein Auge wird trüber und nasser,
„Es wird nicht trüber und nasser, Mein Aug’ ist naß und trüb’, Weil, als ich stieg aus dem Wasser, Ein Tropfen im Auge blieb.“
Es grollt und brandet die See; Dein Herz pocht wild beweglich, Du schöne Wasserfee! „Mein Herz pocht wild beweglich,
Weil ich dich liebe unsäglich, Du liebes Menschenbild!“