Das Gold

by Rainer Maria Rilke

[31]
DAS GOLD

Denk es wäre nicht: es hätte müssen endlich in den Bergen sich gebären und sich niederschlagen in den Flüssen aus dem Wollen, aus dem Gären

5
ihres Willens; aus der Zwangidee,

daß ein Erz ist über allen Erzen. Weithin warfen sie aus ihren Herzen immer wieder Meroë an den Rand der Lande, in den Äther,

10
über das Erfahrene hinaus;

und die Söhne brachten manchmal später das Verheißene der Väter, abgehärtet und verhehrt, nach Haus; wo es anwuchs eine Zeit, um dann

15
fortzugehn von den an ihm Geschwächten,

die es niemals liebgewann. Nur (so sagt man) in den letzten Nächten steht es auf und sieht sie an.

More poems by Rainer Maria Rilke

All poems by Rainer Maria Rilke →