Das Abendmahl

by Rainer Maria Rilke

[33]
Das Abendmahl

Sie sind versammelt, staunende Verstörte, um ihn, der wie ein Weiser sich beschließt, und der sich fortnimmt denen er gehörte und der an ihnen fremd vorüberfließt.

5
Die alte Einsamkeit kommt über ihn,

die ihn erzog zu seinem tiefen Handeln; nun wird er wieder durch den Oelwald wandeln, und die ihn lieben, werden vor ihm fliehn. Er hat sie zu dem letzten Tisch entboten

10
und (wie ein Schuß die Vögel aus den Schoten

scheucht) scheucht er ihre Hände aus den Broten mit seinem Wort: sie fliegen zu ihm her; sie flattern bange durch die Tafelrunde und suchen einen Ausgang. Aber er

15
ist überall wie eine Dämmerstunde.

More poems by Rainer Maria Rilke

All poems by Rainer Maria Rilke →