Dame auf einem Balkon

by Rainer Maria Rilke

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DAME AUF EINEM BALKON

Plötzlich tritt sie, in den Wind gehüllt, licht in Lichtes, wie herausgegriffen, während jetzt die Stube wie geschliffen hinter ihr die Türe füllt

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dunkel wie der Grund einer Kamee,

die ein Schimmern durchläßt durch die Ränder; und du meinst, der Abend war nicht, ehe sie heraustrat, um auf das Geländer noch ein wenig von sich fortzulegen,

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noch die Hände, — um ganz leicht zu sein:

wie dem Himmel von den Häuserreihn hingereicht, von allem zu bewegen.

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