Campo Santo
[86] Campo Santo. Es thürmten sich die Wolken zu Gewittern, In grauen Dunst gehüllt lag fern’ die See, Durch meine Seele fühlt’ ich’s beben, zittern Wie süße Lust, wie unaussprechlich Weh –
Und rings um mich viel blasse Leichensteine, Umrankt vom Grün der Hoffnnng üppig-weich, Mir war, als schritt’ auch ich im Zwielicht-Scheine Des Lebens und des Todes, ahnungsbleich –
Vampyrgleich fühlt’ ich’s mir am Herzen hangen – War’s alte Pein? War’s jungen Glückes Keim? Von bitter-süßer Schwermuth hold umfangen, Schritt ich verflucht und doch gesegnet heim –
O weh der Glückesgaben jener Stunden, Verwesungsduftig und gewitterschwül – Nun sagt es mir das Herz mit tausend Wunden, Daß ich geträumt aus einem Leichenpfühl –