Bildnis
Daß von dem verzichtenden Gesichte keiner ihrer großen Schmerzen fiele, trägt sie langsam durch die Trauerspiele ihrer Züge schönen welken Strauß,
manchmal fällt, wie eine Tuberose, ein verlornes Lächeln müd heraus. Und sie geht gelassen drüber hin, müde, mit den schönen blinden Händen,
und sie sagt Erdichtetes, darin Schicksal schwankt, gewolltes, irgendeines, und sie gibt ihm ihrer Seele Sinn, daß es ausbricht wie ein Ungemeines:
und sie läßt mit hochgehobnem Kinn alle diese Worte wieder fallen, ohne bleibend; denn nicht eins von allen ist der wehen Wirklichkeit gemäß,
das sie wie ein fußloses Gefäß halten muß, hoch über ihren Ruhm und den Gang der Abende hinaus.