Befürchtungen

by Moritz Graf von Strachwitz (1822–1847) · 1887 German

Die Nacht ist still, wir sind allein,
Und du bist schön, wie je!
Warum küßt nicht die Lippe mein
Nicht halb so gut, wie eh?

Warum ist denn mein Mund so karg,
Mein Aug' so flammenarm,
Als läg ich in dem schwärzsten Sarg
Statt in dem weißsten Arm?

Warum ist denn meine Liebe so lau,
Mein Herz so leer, so leer!
Bei Gott, ich fürchte, gnäd'ge Frau,
Ich - liebe Sie nicht mehr! (S. 81)
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