Arco naturale
[117] Arco naturale. Von trotz’gen Titanenhänden In die Felswand gerissen, ringsum Wie von versteinten Ungeheuern Bewacht von phantastischen Klippen, öffnest
Die herzberückend-augenblendend-schöne! Wie kreisender Schwindel Erfaßt’s mein Hirn: Denn über mir wölbt flirrend
Sein Abbild herauf: das Meer, Zusammenfließend in eine Unendlichkeit Mit ihm, der welt-umspannenden Götterheimat! Dionysischer Rausch
Lockt die Höhe? Verführt die Tiefe? Du weißt es nicht – doch herniederzieht’s Den Willen dir in trunk’nem Selbstvergessen
[118] Die Himmlischen aber, Die mit Sonnenfesseln des Aug’s Den Menschen geknüpft an’s Dasein, Und ihm das Leben begrenzt
Erhabenheit ihm nicht Die Seele verwirre und In’s Bodenlose reiße den Schwindelnden, Sie zauberten mitleidig
Den Reichthum seines Stern’s Und goldne Punkte, darauf Sein Blick ruh’n mag und aufathmen Der trunk’nen Sinne bacchische Raserei.
Tief in die Wasser tauchend, Und fein umrissen vom Licht, Das winkende Kap der Minerva, Darüberhin
Die höh’numgrünte Bucht von Salerno, Und vor ihm, zierlichen Flug’s Mit seid’nem Fittich die Wasser streifend, und Geschäftig aufkreischend, ein fröhlich Bild