Almansor

by Heinrich Heine

     In dem Dome zu Corduva Stehen Säulen, dreizehnhundert, Dreizehnhundert Riesensäulen Tragen die gewalt’ge Kuppel.

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     Und auf Säulen, Kuppel, Wänden,

Ziehn von oben sich bis unten Des Corans arab’sche Sprüche, Klug und blumenhaft verschlungen.      Mohrenkön’ge bauten weiland

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Dieses Haus zu Allahs Ruhme,

Doch hat Alles sich verwandelt In der Zeiten dunkelm Strudel.      Auf dem Thurme, wo der Thürmer Zum Gebete aufgerufen,

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Hebt sich jetzt der Christenglocken

Melancholisches Gesumme.      [273] Auf den Stufen, wo die Gläub’gen Das Prophetenwort gesungen, Zeigen jetzt die Glatzenpfäfflein

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Ihrer Messe fades Wunder.

     Und das ist ein Drehn und Winden Vor den buntbemalten Puppen, Und das blöckt und dampft und klingelt, Und die dummen Kerzen funkeln.

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     In dem Dome zu Corduva

Steht Almansor ben Abdullah, All die Säulen still betrachtend, Und die stillen Worte murmelnd:      „O, ihr Säulen, stark und riesig,

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Einst geschmückt zu Allahs Ruhme,

Jetzo müßt Ihr dienend huld’gen Dem verhaßten Christenthume!      „Ihr bequemt Euch in die Zeiten, Und Ihr tragt die Last geduldig; –

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Ei, da muß ja wohl der Schwäch’re

Noch viel leichter sich beruh’gen.“      [274] Und sein Haupt, mit heiterm Antlitz, Beugt Almansor ben Abdullah Ueber den gezierten Taufstein,

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In dem Dome zu Corduva.

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