Abschiedslied
Da es wieder mich entführt
in das Ungewisse,
Todeshauch die Stirn berührt
und Gewissensbisse
um der Liebe welkes Laub
und versäumte Stunden,
die unwiederbringlich Staub,
nun mein Tun verwunden:
Wein ich bitter, hemmungslos
Tränen, die nicht trösten.
Scheinbar in des Glückes Schoß
ist die Not am größten.
Wenn Ersehntes sich begibt,
bringt es nichts als Trauer,
liegt in dem, was mich so liebt,
Unheil auf der Lauer.
Erst wenn uns das Schicksal trennt,
bin ich dir verbunden,
erst der Abschiedsblick erkennt
die versäumten Stunden,
erst der Abschied läßt, zu spät,
Zärtlichkeit entbrennen,
erst dem Lebewohl gerät
glaubhaft das Bekennen.
Alles, was einst lockend rief,
ist jetzt das Verhaßte,
hindert und verwundet tief.
Und die arg verpaßte
Lust, daß mich dein Kuß berührt,
schickt Gewissensbisse.
Da es wieder mich entführt,
bist du das Gewisse!
(Band 2 S. 235-236)
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in das Ungewisse,
Todeshauch die Stirn berührt
und Gewissensbisse
um der Liebe welkes Laub
und versäumte Stunden,
die unwiederbringlich Staub,
nun mein Tun verwunden:
Wein ich bitter, hemmungslos
Tränen, die nicht trösten.
Scheinbar in des Glückes Schoß
ist die Not am größten.
Wenn Ersehntes sich begibt,
bringt es nichts als Trauer,
liegt in dem, was mich so liebt,
Unheil auf der Lauer.
Erst wenn uns das Schicksal trennt,
bin ich dir verbunden,
erst der Abschiedsblick erkennt
die versäumten Stunden,
erst der Abschied läßt, zu spät,
Zärtlichkeit entbrennen,
erst dem Lebewohl gerät
glaubhaft das Bekennen.
Alles, was einst lockend rief,
ist jetzt das Verhaßte,
hindert und verwundet tief.
Und die arg verpaßte
Lust, daß mich dein Kuß berührt,
schickt Gewissensbisse.
Da es wieder mich entführt,
bist du das Gewisse!
(Band 2 S. 235-236)
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