183.

by Simon Dach German

Mein, lasst mir doch den willen, Ich kan nicht traurig seyn, Ich habe mich der grillen, Des kummers und der pein Jetzt kaum entladen können, Ihr machet wieder streit Und wolt mir gantz nicht gönnen Die kurtze fröligkeit. Ich weiß mich wol zu halten, Bin ja nicht mehr ein kind, Traurt ihr mit euren alten, Die schon untüchtig sind! Wehrt ihr in eurer blüte, Ihr würdet so nicht stehn, Den zügel dem gemüthe Was weiter lassen gehn. Wie oft habt ihr gesaget, Wenn wo ein junges blut Das kalb hat außgejaget: Pfui, daß es nie so gut Mit mir vorhin geschehen, Ach hätt' ich noch zurück Ein jarchen oder zehen, Ich wolt erst seyn ein strick! Offt habt ihr angefangen Zu sagen, wie ihr wol Es vormals angegangen, Wie ihr des stockens voll Gespielet und gesungen, Wie ihr zu fusse frisch Getantzet und gesprungen Offt über stuel und tisch. Auch noch, wenn unterweilen Euch eine lust berührt, Wie pflegt ihr dann zu eilen, Da, wo man täntze führt! Ich hab' euch hören singen Manch altes buhlen-lied, Das zeuget von den dingen In eurer jugend blüet. Drumb lasst auch mich geniessen Was mir das glück und Gott Ertheilet wollen wissen! Der sorgen bleiche rott' Ist doch in stetem wachen Und schauet, wie sie sich Nur an uns möge machen Durch ihren mord und stich. Die zeit, so untern händen Nicht ruhend kömpt und fleucht, Sol man zur lust anwenden, Eh als sie von uns weicht; Das augenblick, die fahrte, In der ich sage: Nu, Ist mein; auff die ich warte, Kömpt tausend fällen zu. (S. 430-432)

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