178.

by Simon Dach

Was von mir dein leichter sinn, Tyrsis, zu begehren scheinet, Geb ich dir und keinem hin, Der mich nicht in ehren meynet, Keinem, der mich nur durch list Aufzusetzen willens ist. Schweine lieben schlamm und koht, Eulen nacht und wüste hölen; Was sucht ihr gefahr und tod Hie in meiner keuschen seelen, Der anstat verfluchter lust Gott und tugend ist bewust? Weg mit eurem seyten-spiel, Welches ihr mir zu gefallen Auff der strassen ohne ziel Lasset abendlich erschallen! Solche worte, solch gethön Führt die hellische Syren. Ist denn meiner haare gold, Meiner wangen liecht und leben, Euch zu dienen, wie ihr wolt, Mir zu hohn und spott gegeben? Nein, der schönheit eigenthum Sieht auff reiner keuschheit rhum. Ey, wie würde meine zier So ein schönes lob erlangen, Solt ein solcher, gleich wie ihr, Schon mit ihrem raube prangen! Was ist derer rosen schein, Welche schon berühret seyn? (S. 424-425)

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