Zum Keulenschwingen

by Joachim Ringelnatz

 [23] Zum Keulenschwingen Die Merowinger sind weit verzweigt. Es lebte ein Merowinger, Den die Geschichte uns leider verschweigt, Ein wackerer Keulenschwinger.

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Mit beiden Händen und Leidenschaft

Schwang er die Keulen, die schönen. Er schwang sie mit barbarischer Kraft Unter leisem teutonischen Stöhnen. Er teilte die Lüfte und teilte vorbei

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Mit seiner gewuchtigen Keule.

Er schlug seiner Mutter die Backe entzwei, Erschlug seine Kinder und Gäule. Erschlug mit übernatürlicher Kraft Des Königs wieherndes Vollblut.

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Da wurde er aber fortgeschafft

In eine Zelle für Tollwut. Man nahm ihm die Keule, er konnte nicht mehr Sie schwingen in sausenden Kurven. Die Zelle ward still und nahezu leer,

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Man hörte nur Schritte schlurfen.

Doch eines Tages dröhnte es dumpf. Der Wächter tät sich beeilen. Da sah er einen niedrigen Rumpf Mit seinen leibeigenen Keulen

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Die Wände der Zelle verbeulen.

Da fing der Mann an zu heulen.

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