Xxv.

by Gottfried Keller (1819–1890) · 1806 German

XXV.
Nachhall
Wie ich fahr in stiller Nacht
Auf den Silberwellen,
Hebt mein Weh mit aller Macht
Wieder an zu schwellen.

Sieben Jahre sind dahin,
Sind dahingeschwunden:
Und noch immer glühn und blühn
Meine alten Wunden.

Fast klingt's wie bittrer Hohn:
Ich sei jung an Jahren,
Da so lang die Liebste schon
Mir dahin gefahren.

Wohl ergeh' es, Engel, Dir!
Werde licht und lichter!
Ach! dein Knabe wurde hier
Unterdes - ein Dichter!

Muß nun reimen früh und spat
Um sein täglich Leben;
Kannst Du keinen bessern Rat
Dann und wann ihm geben?
(S. 96-97)

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