XI.

by Johann Hermann Schein (1586–1630) · 1609 German

Nun hat sichs Blättlein umbgewend/
Ihr Wälder Myrtensträuch/
Ihr Bäumlein grün/
(al le grement)
O frewt euch allzu gleich/
Denn Filli zart und hoch geziert/
Sich heute wieder praesentirt/
Logiret ein bey euch.

Du gantze Hirten Compagnei
Ihr Schäffr und Schäffrin all/
Habt frewden viel und mancherley/
Singt/ klingt und schreyt mit schall:
O viva viva Filli zart/
O viva Filli edler Art/
Frew dich O Berg und Thal.

Springt auß dem wald/ jhr Thierelein/
Auff grüner heyd schertzirt?
Schwingt ewr Gfidr/ jhr Vögelein/
Von zweig zu zweig saltirt:
Du edle Nachtigall/ stimm an/
Laß hörn dein Gsang ohn unterlan/
Eccho dir rispondirt.

Gött Pan blaß deine Waldschalmeyn/
Und mach Capricci drauff:
Hirten haltet ewren Reyn/
Springt/ tantzet allzuhauff:
Ihr Götter und Satiri
Laßt euch auch alle finden hie/
Die frewd nicht höre auff. Aus: Ander Theil Musica boscareccia.
Wald Liederlein Auff Italian-Villanellische Invention
Beydes für sich allein mit lebendiger Stim
oder in ein Clavicimbel etc.
von Johann Hermann Schein
Leipzig 1628
[ohne Seitennumerierung]

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