Wir bevölkerten die abend-düstern

by Stefan George (1868–1933) · 1918 German

Lauben · lichten tempel · pfad und beet
Freudig - sie mit lächeln ich mit flüstern -
Nun ist wahr dass sie für immer geht.
Hohe blumen blassen oder brechen ·
Es erblasst und bricht der weiher glas
Und ich trete fehl im morschen gras ·
Palmen mit den spitzen fingern stechen.
Mürber blätter zischendes gewühl
Jagen ruckweis unsichtbare hände
Draussen um des edens fahle wände.
Die nacht ist überwölkt und schwül. (S. 258)
_____

More poems by Stefan George

  • Fenster wo ich einst mit dir

    Fenster wo ich einst mit dir
    Abends in die landschaft sah
    Sind nun hell mit fremdem licht. …
  • Als wir hinter dem beblümten tore

    Als wir hinter dem beblümten tore
    Endlich nur das eigne hauchen spürten
    Warden uns erdachte seligkeiten? …
  • Aus den knospen quellen sachte

    Aus den knospen quellen sachte
    Tropfen voll und klar
    Da das licht auf ihnen lachte. …
  • Das Bild

    Nachdem ich auf steinernen gräbern · an frostigen pfeilern ·
    Gesungen · gewandelt bei würdiger väter zunft:
    Erspäht ich zur vesper hinter den rauchenden meilern …

All poems by Stefan George →