Und hätt ich ein Mal nur dein Herz gehabt

by Felix Hübel (1874–1922) · 1907 German

hätt ich es eine Stunde nur besessen,
und hättest du nur ein Mal mich gelabt
mit süßem Troste: nie könnt ich's vergessen!
Ich würde blühen wie ein Frühlingsbaum,
im Herbste würd' ich goldene Früchte tragen
und würde hoch ob allen Menschen ragen
und würde glühen wie ein schöner Traum
in reifen Sommernächten allen denen,
die Gram verzehrt und die fruchtloses Sehnen
so bleich und trostlos machte, daß sie wie
Blumen im Herbste welken, denen nie
die Sonne schien. —
So bin ich selbst wie sie! —
Und das Leben geht seinen stillen Gang.
Und der Weg ist lang,
und die Qual ist lang. (S. 16)
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