Unbekümmert

by Karl Ferdinand von Fircks (1828–1871) · 1864 German

Du bist so jung, dein Auge blickt
So kindlich jubelhell,
Als sei die Welt dein Kartenhaus,
Das Glück dein Spielgesell.
Und wie ein Vöglein singst du laut,
Die Lust läßt dir nicht Ruh',
Du hast ein Herz, du hast ein Herz,
Doch weißt du nicht wozu.

Du bist so jung, so fromm und gut,
Thust Niemand nichts zu Leid,
Und hast ein Thränlein immerdar
Für fremde Noth und Freud'.
Und wenn es trocknet über Nacht,
Du kannst ja nichts dazu;
Du hast ein Herz, du hast ein Herz,
Doch weißt du nicht wozu.

Du bist so jung, du bist so schön,
Sie sehn dich Alle an
Und folgen mit den Augen dir
Und seufzen Mann für Mann.
Und wenn du's hörst, du weißt ja nicht,
Was ihnen stört die Ruh;
Du hast ein Herz, du hast ein Herz,
Doch weißt du nicht wozu.

Aus: Gedichte vom Freiherrn Carl von Fircks
Leipzig Julius Klinkhardt 1864 (S. 91-92)

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