Sternenlose Nacht

by Joseph Emanuel Hilscher

[35]           Sternenlose Nacht.      Wie ohne Spur die Tage mir verschweben! Auch dieser, unbeklagt, sank in die Fluten; Er glich den andern. Kommen noch die guten? Ich will zur Nacht mein Auge fragend heben.

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     Beglückter! ach, sie zeigt mir nur dein Leben:

Wie Sterne leuchten selige Minuten An deinem Himmel fort mit ew’gen Gluten. O, wär’ mir dein Erinnern nur gegeben.      Kein Trost, kein Hoffen! Nachtigallen singen –

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Wie Jubel mag’s in frohe Herzen dringen;

Mir aber soll es nur wie Jammer klingen.      Und lockt mich auch ein schmeichelndes Gekose; Die Dornen nur ergreif’ ich statt der Rose, Denn meine Nacht ist eine sternenlose.

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