Spaziergang

by Klabund

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Spaziergang.

Ueber uns will es sich in den Zweigen regen, und ein hübscher Vogel macht sich plüsternd breit. Wird er jetzt wohl Eier legen oder was ist seine Tätigkeit?

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Plötzlich hat’s auf der erhobenen Stirne

irgendwie und irgendwo geklext, und von einem Stoff, der – hm – in keines Menschen Hirne, sondern (vorher) auf den Feldern wächst. War[1] das eines Geistes mahnend ernste Stimme?

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Oder war’s ein leises Scherzo nur?

Zwiegeteilt in bodenlosem Grimme flieht man die ungastliche Natur. Und man fragt sich, während man so wandelt: Ist denn das gerecht,

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daß die Kreatur derartig unanständig handelt,

wenn verehren man und preisen möcht’?

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