• [23] Abend

    Rosig leuchtend, tief befriedend
    Tritt der Abend zu der Welt;
    Holder Jüngling, der der müden
    Sanft den...

  • [58] Abend

    Der Abend wechselt langsam die Gewänder,
    die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;
    du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,
    ein himmelfahrendes und eins, das fällt:

    5 und lassen dich,...

  •      [13] ABEND

    Was wünscht die Seele? Tod zu spenden oder
    Sich dem Abend preiszugeben, wie das Rohr
    Dem Wind die schwanken Rispen preisgibt: schlanke Rehe
    Schmiegen sie sich. Nieder auf sie
    5 Sinkt im...

  •      [6] ABEND

    Wenn der Abend uns bezwingt
    Und die Klage in uns singt:
    Fühlst der bangen Seele Flug,
    Weißer Mädchen Atemzug.

    5 Fremd ist Friede, fremd der Streit,
    Wann entrinnen wir der Zeit?...

  • [78] Abend am Rhein.

    Zu Biebrich war’s, am schönen Rhein,
    Wir saßen, eine Gruppe klein,
    Bei Fruchteis und beim Römer Wein. –

    O wundersüße, holde Rast!
    5 Enthoben aller Müh’ und...

  • [57] Abend in Skaane

    Der Park ist hoch. Und wie aus einem Haus
    tret ich aus seiner Dämmerung heraus
    in Ebene und Abend. In den Wind,
    denselben Wind, den auch die Wolken fühlen
    5 die hellen Flüsse und...

  •                [27] BERLINER ABEND

    Spukhaftes Wandeln ohne Existenz!
    Der Asphalt dunkelt und das Gas schmeißt sein
    Licht auf ihn. Aus Asphalt und Licht wird Elfenbein.
    Die Straßen horchen so. Riechen nach Lenz....

  • [47] DER ABEND

    Versunken ist der Tag in Purpurrot,
    Der Strom schwimmt weiß in ungeheurer Glätte.
    Ein Segel kommt. Es hebt sich aus dem Boot
    Am Steuer groß des Schiffers Silhouette.

    5 Auf allen Inseln steigt des...

  • [86]

    DER Abend ist mein Buch. Ihm prangen
    die Deckel purpurn in Damast;
    ich löse seine goldnen Spangen
    mit kühlen Händen, ohne Hast.

    5 Und lese seine erste Seite,
    beglückt durch den vertrauten Ton, –
    und lese leiser seine zweite,
    und seine dritte träum ich schon.

  • DER König Abend weiß sich schwach
    Und satt und ihm geschieht:
    Er schenkt sein Gold dem jungen Bach,
    der einem Hirtensingen nach
    5 in Menschenlande zieht.