•   Die Vögel singen in den Zweigen,
    Der Kirschbaum läßt die Zweige niederneigen,
    Daß keine fremden Augen sehn,
    Wo hinter seinem Silberschweigen
    Zwei hochbeglückte Menschen gehn

    Bald Hand in Hand, bald Mund an Munde,
    Bald wieder selig Blick in Blick....

  •   Du bist im Maienglanz gekommen
    Aus einem Land, wo Lilien sind.
    Du hast mich bei der Hand genommen. -
    Und ich? – ich folge wie ein Kind.

    Es fliegen über uns die Tauben,
    Ein Glänzen rings und Blühen ist …
    Und ich? – ich kann es nimmer glauben,...

  • Du Blondkind, gib mir deine Hand!
    Warum? – Es ist der Mai im Land.

    Im Mai ist Kirschenblütenschnei'n,
    Und junge Menschen gehen zu zwei'n.

    Ich führ' dich zu der alten Bruck,
    Dort steht ein holzerner Nepomuk.

    Ein Kirschbaum ist drüber her,
    Als ob er ganz von...

  •   Durch des Kornfelds reiche Goldflut
    Streifte deine weiße Hand,
    Durch die schlanken Aehrenhalme,
    Bis sie eine Blume fand …

    Meine Liebe ist gestorben,
    Gib mir deine Blume nicht,
    Laß den Sommertraum sie träumen,
    Kraftumwogt von Aehren dicht...

  •   Einen Brief mit kurzer Frage,
    Drin ein Strähn von blondem Haar -
    An dem gleichen Maientage
    Lese ich ihn jedes Jahr.

    Weißer Flieder bog die Pforten,
    Drunter ging ein junges Paar …
    Damals ward der Brief geschrieben
    Und die Frage klang vom Lieben,...

  •  
    Es soll nicht in die Luft verhallen,
    Als Antwort kehre es zurück,
    In Blütenkelche soll es fallen,
    In Sonnenstrahlen soll es glänzen
    Und jubeln über alle Grenzen,
    Mein frommes, kinderjunges Glück.

    Ich will es einem Liede geben,
    Das...

  •   Gib mir die Hand, wir gehen dem Walde zu
    Auf einem Weg, den nur die Kinder kennen,
    Die Beeren suchen in dem tiefsten Grund.

    Du bückest dich nach manchem Blumenfund
    Und seltsam schweigend gehen ich und du,
    Bis wir uns dann mit lieben Namen nennen.
    ...

  •   Hand in Hand geht man im Walde,
    Du mein blondes Sommerkind;
    Danken wir dem blauen Tage,
    Daß wir so voll Sehnsucht sind.

    Sommerhochamt: Lichterfunkeln,
    Wälderweihrauch, Klängewehn,
    Und den Kelch erhebt die Liebe
    Gnadenspendend, ungesehn....

  •   Heut muß ich aus dem Haus hinaus,
    Heut muß ich von den Mauern los.
    Es ist für dieses kleine Haus
    Mein Glück zu groß, mein Glück zu groß.

    Am Feldrand zögert still mein Schritt,
    Daß keine Blume er zertritt,
    Kein Käfer unter meinem Fuß
    Sein...

  •   Ich hab ein armes Glück bei mir. -
    Vielleicht vernichtet es die nächste Stunde.

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    Und gelt, das Glück ist auch bei dir?
    Ich will es küssen dir von deinem Munde …

    Die Sonnenfunken niederflocken
    ...