IIII. (4)
1. Nach lust hab ich mir auserwehlt,
dich meines hertzen ein trösterin:
In rechter lieb zu dir geselt,
on argen wan, hertz mut und sinn,
Zu dienen dir
mit gantzem begier,
hastu alzeit gefunden mich,
nach deinem gebot, gantz williglich,
das lestu mich...
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Nicht bitt' ich Dich, mich wiederum zu lieben,
Nur Dich zu lieben, sollst Du mir gewähren! -
Doch was der Geist noch eben mochte nähren,
Das seh' ich jetzt als nichtig schon zerstieben.
Fast möcht' ich's auf's Aprilenwetter schieben,
Wo launenhaft die Wolken Stürme gähren,
Die dann minutenlang den... -
Deine Hand wie Marmorstein
Fügst du ja der meinen ein:
Und erlaubst mir sie zu küssen,
Wilst sie auch drauf stärcker schlüssen.Heimlich läst du dis geschehn,
Wann uns niemand kan zu sehn:
Bald hast du sie ausgewunden,
Wann sich iemand beygefunden.Fraülein, es gefält mir wol,...
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Wenn es zum schweren kommt, so trenne Hertz und Mund,
An Worten, aber nicht am Halten liegt dein Bund.
Denn Freud ist hier dein Gott, legst du ie Eyd und Pflicht,
Die wieder diese sind, verbinden sie dich nicht.
Die Liebe schertzt das Schwern. Den Glauben setzet an
Dem Manne nicht der Eyd, dem Eyde mehr der Mann. (S. 423)... -
Durch fliehn entflieh ich nicht,
Wann ich durch Wind und Wellen
Gleich meinen Lauff wil stellen,
Folgt doch das schöne Licht:
Durch Berge, Thal und Wald
Seh ich stets vor mir stehen,
Seh ich stets vor mir gehen
Die freundliche Gestalt.
Mich müst ich selber fliehn,
Dieweil hier... -
4.
Ja, manchmal hab ich so ein wildes Fühlen,
Das kann ich nur in Blumen kühlen,
In vielen frischen Blumen kühlen.
In Blumen muß ich dann die Stirne wühlen,
Die weiche Haut von Blatt und Blüten fühlen
Und tief in Duft und Tau die Schmerzen kühlen. (S... -
Daß ich deine Schönheit liebe,
Irrthum hat man das genannt,
Und der zarteste der Triebe
Ward zum Laster hingebannt;
Irrthum! was ist Irrthum? Nennen
Will ich euch die rechte Spur:
Irrthum ist es, zu verkennen
Das Begehren der Natur.
Laster! was ist Laster? Richtet... -
4.
Du wirst nicht kommen - allzu bitt'res Wort,
Wie Tod so bitter und Vernichtungsharm!
Denn nur an Deiner Brust, in Deinem Arm
Ist meiner Sehnsucht stiller Ruheport.
Wie leid' ich ohne Dich, o Du, mein Hort,
Mein Einziger, wie krank bin ich, wie arm!
Ich möchte fort aus diesem... -
4.
Verwittert steht und kahl und morsch und grau
Die Memnonssäule fern am Wüstenrande,
Doch goldne Klänge schickt sie durch die Lande,
Hebt sich der Sonnenball in's Aetherblau.
Der Wundersäule gleicht mein Herz genau:
Gezwängt in lärmender Erstarrung Bande
Schweigt's stumm und todt,... -
1.
Charis gieng in tieffen Sinn/
Weil Sie so betrübet war/
Nach den kühlen Schatten hin/
Es so wol schon übers Jahr/
(Sang Sie) hab ich recht gezehlt/
Daß die Liebe mich gequält
Und bey nahe gantz...