• [32] Die Wünsche.

    Zwey Dinge wünsch ich auf der Erde,
    Ihr Götter, hört mich, sie sind klein:
    Fürs erste, daß aus Wasser Wein,
    So oft ich wünsche, werde!

    5 Fürs andre: werd ich alt und träge...

  •      Die holden Wünsche blühen,
    Und welken wieder ab,
    Und blühen und welken wieder –
    So geht es bis an’s Grab.

    5      Das weiß ich, und das vertrübet
    Mir alle Lieb’ und Lust;
    Mein Herz ist so klug und witzig,
    Und verblutet in meiner Brust.

  • [174]

     Fromme Wünsche.

     Nach Cecco Angiolieri.

    Wär ich der Wind, ich risse die Welt in Fetzen,
    wär ich das Feuer, zerfräß ich sie zu Funken,
    wär ich das Meer, sie läge längst versunken,
    wäre ich Gott,...

  • [182]
     XI.
     Verlorene Wünsche.

    Von der Gleichheit der Gemüthsart
    Wechselseitig angezogen
    Waren wir einander immer
    Mehr als uns bewußt gewogen.

    5 Beide ehrlich und bescheiden,
    ...

  • [42] Wünsche

    Wenn du des Nachts die große Stadt durchstreifst,
    Und deine Wünsche in den Ampeln hängen,
    Versuche, daß den Willen du begreifst,
    Aus dem sie ins erhaben Dunkle drängen.
    5 Sie flüchten früh vor ihrer Blondheit Glanz,
    Aus der sie gerne Mörderstricke flöchten.
    Ihr Dasein ist auf Strahlenschuhn ein Tanz –
    Sie bringen Leben, wo...

  • [24] Wünsche

    Die gnädige Frau ist hell und blond,
    von sommerlichem Licht durchsonnt –
         sie scheint sich schlechtgeraten.
    Braun will sie sein, das dumme Kind,
    5 braun, wie Zigeunerweiber sind...

  • Und wolte nur allein auf deinen Lippen gehn.

    2. Wenn ich dein Hertze hätt, und meines du hergegen,
    Ein schlechter Augenblick der solte dich bewegen.

    3. Ach daß ich Erde wär. auf daß dein edle Füsse,
    So viel sie Tritte mir, auch gebe so viel Küsse!

    4. Wenn ich wär eine Laut, und du drauf köntest schlagen,
    Ich wolte...

  • Am Silber-Bach, im Schatten einer Linde,
    Wo murmelnd eilt die Well' zum stillen Teich,
    Mir Kühlung säuseln sanft im West die Winde,
    Da schmück' o Flora! mir ein kleines Reich. -

    Es kreiseln hier die munteren Forellen,
    Sich sammelnd um den kleinen Fischer-Kahn,
    Das Brodt erhaschend im Krystall der Wellen...

  •   Was schwärmerische Wünsche uns verkünden,
    Es war ein Wahn weltflüchtiger Propheten,
    Daß nicht vergebens sehnlich wir erflehten,
    Einst zu erwachen ohne Leib und Sünden,

    Daß unser Geist, die Liebe zu ergründen,
    Geläutert wird ins Reich der Wahrheit treten,...

  •  
    Könnt' ich zu Dir, mein Licht,
    Nur einmal, einmal dringen!
    Von deinem Angesicht
    Nur einen Strahl erschwingen!

    Könnt' ich an dein Gewand
    Nur einmal, einmal rühren!
    Und deine kleine Hand
    Mit süßem Schauer spüren!
    ...