• Prolog
    zu dem Schauspiele:
    Alte Zeit und neue Zeit
    bei der
    Wiedereröfnung des Weimarischen Theaters 1794.
    ________

    (Madame Becker, als Jakob, vor einem
    Tische, auf welchem ein Spiegel steht, und
    einige Bücher liegen.)

          So hätt’ ich mich denn wieder angezogen,
    Mich abermals verkleidet, und nun soll,
    Im...

  • [207] Prometheus.

         Bedecke deinen Himmel, Zevs,
    Mit Wolkendunst,
    Und übe, dem Knaben gleich,
    Der Disteln köpft,
    5 An Eichen dich und Bergeshöhn;
    Müßt mir meine Erde...

  • [73] Pygmalion,

    eine Romanze.

    Es war einmal ein Hagenstolz,
    Der hieß Pygmalion;
    Er machte manches Bild von Holz
    Von Marmor und von Tohn.

    5 [...

  •      Dem Schnee, dem Regen,
    Dem Wind entgegen,
    Im Dampf der Klüfte,
    Durch Nebeldüfte,
    5 Immer zu! Immer zu!
    Ohne Rast und Ruh!

         Lieber durch Leiden
    Möcht’ ich mich schlagen,
    Als so viel Freuden
    10 Des Lebens ertragen.
    Alle das Neigen
    Von Herzen zu Herzen,
    Ach wie so eigen
    Schaffet das Schmerzen!

  • Reue.
    Altspanisch.

    Jüngling.
         Nur fort, du braune Hexe, fort!
    Aus meinem gereinigten Hause,
    Daß ich dich, nach dem ersten Wort,
    Nicht zause.
    5 Was singst du hier für Heucheley,
    Von Lieb’ und stiller Mädchentreu?
    Wer mag das Mährchen hören!

    Zigeunerinn.
         Ich singe von des Mädchens Reu,
    Und langem...

  • Sängerwürde.

          Unter diesen
    Lorbeerbüschen,
    Auf den Wiesen,
    An den frischen
    5 Wasserfällen,
    Meines Lebens zu genießen
    Gab Apoll dem heitern Knaben;
    Und so haben
    Mich, im Stillen,
    10 Nach des Gottes hohem Willen,
    Hehre Musen auferzogen,
    Aus den hellen
    Silberquellen
    Des Parnassus mich...

  •      Weichet, Sorgen, von mir! – Doch ach! den sterblichen Menschen
    Lässet die Sorge nicht los, eh’ ihn das Leben verläßt.
    Soll es einmal dann seyn; so kommt ihr, Sorgen der Liebe,
    Treibt die Geschwister hinaus, nehmt und behauptet mein Herz!

  •      Kehre nicht in diesem Kreise
    Neu und immer neu zurück!
    Laß, o laß mir meine Weise,
    Gönn’, o gönne mir mein Glück!
    5 Soll ich fliehen? Soll ich’s fassen?
    Nun gezweifelt ist genug.
    Willst du mich nicht glücklich lassen,
    Sorge, nun so mach mich klug.

  • Stanzen.

          Der lang, ersehnte Friede nahet wieder
    Und alles scheint umkränzet und umlaubt,
    Hier legt die Wuth die scharfen Waffen nieder,
    Dem Sieger ist sogar der Helm geraubt,
    5 Das nahe Glück erreget frohe Lieder
    Und Scherz und laute Freuden sind erlaubt,
    Und wir, als ein Gebild aus höhern Sphären,
    Erscheinen heute deinen Tag zu...

  •      Nach Mittage saßen wir
    Junges Volk im Kühlen;
    Amor kam, und stirbt der Fuchs
    Wollt’ er mit uns spielen.

    5      Jeder meiner Freunde saß
    Froh bey seinem Herzchen;
    Amor blies die Fackel aus,
    Sprach: hier ist das Kerzchen.

         Und die Fackel, wie sie glomm,
    10 Ließ man eilig wandern,
    Jeder drückte sie geschwind
    ...