Süße Ahnung

by Ferdinand Sauter

Ich trug im Herzen längst ein stilles Träumen,
Zu finden eine gleichgestimmte Seele,
Die liebend mit der meinen sich vermähle:
Ich fand sie nicht in dieser Erde Räumen!

Da sah ich dich - du kamst nach langem Säumen -
Und fühlte - ob's mir fromme, ob's dich quäle,
Unmöglich scheint es, daß ich dir's verhehle, -
Der Liebe Rosenflor im Busen keimen.

Du weißt es gut, du bist die Frühlingssonne,
Die solchen Keim zur Blüte kann entfalten;
Sei nur so freundlich, mild ihn zu bescheinen.

O schon die Ahnung füllt mein Herz mit Wonne,
Und wie mir Lust und Qual die Seele spalten,
Muß ich der Freude süße Thränen weinen! (S. 154)
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