Rettende Insel

by Joachim Ringelnatz

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RETTENDE INSEL

Wenn Parteien sich und Massen Sichtbar und geräuschvoll hassen Kling das mir wie Meeresrauschen. Und dann mag ich henkelltrocken

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Still auf einer Insel hocken,

Die mich zusehn läßt und lauschen. Nicht, daß ich dann etwas schürfe Oder was dazwischen würfe Oder schlichten wollte, nein,

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Nein, ich weiß, das muß so sein.

Und ich dehne mich und schlürfe Eingefangnen Sonnenschein. Wechselnd laut und wieder leise Rauscht das Meer in weitem Kreise

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Mir vertraute Melodie.

Wo blind oder falsch gestempelt Mißklang sich an Mißklang rempelt, Windelt neue Harmonie. Und dann schwimmt – fast ist es schade –

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Noch ein Mensch an mein Gestade,

Sucht an meiner Bulle halt. Aus ist die Robinsonade, Denn nach Insulanersitte

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Sag ich unwillkürlich: „bitte!“
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Und ein zweiter Pfropfen knallt.

Und wir trinken. Es gesellen Andre sich dazu. Die Wellen Glätten sich. Der Haß zerstiebt. Bis zuletzt in süßer Ruhe

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Niemand noch was in die Schuhe

Andrer schiebt, Und sich alles gegenseitig Eingehenkellt ganz unstreitig Duldet, gern hat oder liebt.

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