Rechnungsrates verregnete Reise

by Joachim Ringelnatz

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RECHNUNGSRATES VERREGNETE REISE

Und wie ich vom Regen begossen Die Wegweiser las, Da lag ein Hemd, wie erschossen, Zum Bleichen im Gras.

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Ich dachte: Zweifellos leben

Hier Menschen und leben nicht schlecht. Und sah das Hemd und daneben Ein Haus. Also hatte ich recht. Ich wollte mich selber beklagen,

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Zog bitter mein Los in Vergleich,

Doch machte das Mißbehagen Im Regen mich weich. Mann soll sich nichts selber verleiden. Und Mißgunst ist immer wie Rost.

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Ich gab unter Schwierigkeiten

Eine Depesche zur nächsten Post: „Erwarte für morgen Montag früh Den Mann mit dem accent aigu.“ Zwar ist es im Grunde ein kleiner

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Umstand, aber er quält,

Daß nun seit Jahren schon meiner Schreibmaschine der Rechtsknüppel fehlt.

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Man muß die Natur nur erfassen,

Wie immer das Wetter auch sei.

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Bewußt, den Zug zu verpassen,

War ich doch ruhig dabei. Ich fuhr also heim. Denn, was blieb mir Sonst übrig? Man ist nicht Herr seiner Zeit. Meine Stiefnichte schrieb mir:

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Es habe in Bozen sogar geschneit.

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