William Shakespeare

Gender: 
Male
  • Musik zu hören! Warum macht’s dich traurig?
    Sanft kriegt mit sanft nicht, Lust an Lust sich hält.
    Warum liebst du, was dich ergreift so schaurig?
    Warum suchst du das, was dir nicht gefällt?
    5 Wenn holde Tön’, im Einklang sanft und rein
    Zum Lied vermählt,...

  • Sieh’, wenn das Licht im Osten hebt so mild
    Sein Flammenhaupt, gern niedre Augen weihn
    Verehrung seinem neuen Zauberbild,
    Mit Blicken dienend seinem heil’gen Schein.
    5 Und wenn’s erstiegen hat des Himmels Höh’n,
    Dem Jüngling gleich von kühner Heldenart,
    ...

  • Drum nehme ja nicht rauher Winter Platz
    In deinem Sommer, eh’ solch Glas dich hält;
    Verleihe Einem deinen süßen Schatz
    Der Schönheit, eh’ dem Selbstmord sie verfällt.
    5 Solch ein Gebrauch niemals als Wucher gilt,
    Der die beglückt, die gern ihn machen seh’n,...

  • Die Stunden, die mit holder Kunst das Bild
    Gezaubert, das gern aller Augen seh’n,
    Die werden, von Tyrannenhaß erfüllt,
    Dem selbst die Schönheit rauben, was so schön.
    5 Denn rastlos führt den Sommer fort die Zeit
    Zum bösen Winter, und verdirbt ihn dort.
    ...

  • Wenn es dein Wille ist, mich zu verschmäh’n,
    Mit Hohnes Auge mein Verdienst zu messen,
    Dann werd’ ich kämpfend dir zur Seite steh’n,
    Vertheid’gen deinen Schwur, den du vergessen.
    5 Am besten meiner Schwächen mir bewußt,
    Zu deinen Gunsten will ich dir enthüllen...

  • Leb’ wohl, du bist zu hold, mir zu gehören!
    Nur gar zu bald wirst du dich selbst erkennen,
    Das Vorrecht deines Werths wird dich belehren,
    Daß Pflichten gegen mich nicht dauern können.
    5 Wie halt’ ich dich, fügt sich nicht selbst dein Wille?
    Wie könnt’ ich...

  • War’s seines Verses stolzes Segel, fliegend
    Geblähet deinem theuern Preise zu,
    Das reifes Lied mir hielt im Hirn versiegend,
    Dem ungebornen Sang lieh Grabes Ruh’?
    5 Ist es sein Geist, von Geisterhand geleitet
    Zur Sternenhöhe, der die Kraft mir bricht?
    ...

  • Bescheiden meine stille Muse schweigt,
    Wenn reiche Schrift mit goldner Feder Zeilen
    Den ganzen Stolz uns deines Ruhmes zeigt,
    Mit Sylben, glatt von aller Musen Feilen.
    5 Nur fühlen kann ich, während schöne Worte
    Die Andern schreiben; fromm ein Amen muß
    ...

  • Erzähl’, daß mein Verschulden uns entzweit,
    Und deines Urtels Kraft will ich bezeugen,
    Schilt lahm mich, hinkend bin ich gern bereit,
    Ergeben will ich deinem Spruch mich beugen.
    5 Du kannst nicht, Freund! nur halb so arg mich schmäh’n,
    Als ich, den...

  • Wer preis’t am höchsten dich? Was übersteigt
    Wohl diesen Ruhm: Du seist du selbst allein?
    Der Schatz, der sich in deinem Wesen zeigt,
    Ist Maßstab dem, der ähnlich will dir sein.
    5 Man muß nur bettelarm den Dichter schmälen,
    Der seine Liebe nicht zu schmücken...