Passantin

by Joachim Ringelnatz

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Passantin

So schöner Wuchs! So schöne Haut! So schöne Hände, schöne Haare.

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Ganz Frauenanmut. – Und für wen gebaut?

Und für wie viele Jahre?

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Aus Worten, Augen streichelt mich ein Geist,

Der mir gefällt und heimlich schön verspricht. Für mich so schön, vielleicht für andre nicht. – Was nützt es mir, da es vorüberreist. Und nützt mir doch, kann meine Phantasie

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Versagtes in Konvexes übertragen. –

Die Wolke, die dich labt, du fängst sie nie; Sie hört dich nicht und du kannst ihr nichts sagen.

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