Oft, wenn die Abendsonne sinken will

by Felix Hübel (1874–1922) · 1907 German

stehn kühle, schwarze Schatten um mich her.
Sie sind sehr finster, und sie sind sehr still,
durchsichtig sind sie, doch sie sind so schwer,
daß, wenn sie ihren Reigen um mich ziehen,
die Erde zittert. Und ich kann nicht fliehen:
Gleich einer Mauer ragen sie und strecken
gierige Hände aus nach mir und recken
die scharfen Krallen wild nach meinem Hirn.
Und Tropfen Schweißes perlen auf meiner Stirn.
Ich bin gelähmt, möchte um Hilfe schreien;
wird niemand kommen, um mich zu befreien?
Und eh vor Schmerzen mir die Sinne schwinden,
kann ich nichts mehr als deinen Namen finden. (S. 14)
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