O ungestörtes Wonneleben

by Peter Cornelius

O ungestörtes Wonneleben! Ich habe dich! Du bist bei mir! - Und ist doch nur ein Träumen eben So fern von dir. Es schwebt dein Bild, im Hauch vollendet, Vor mich, wenn ich es werden hieß; Von Kräften, die Natur uns spendet, Die reichste dies! Nicht reizender aus Meeresschäumen Stieg Venus lächelnd einst empor, Als du, wenn ich in wachen Träumen Dein Bild beschwor. Wie fühl' ich mich aus Gott entsprungen Wie Strahl aus seinem Licht entfacht, Wenn ich die Ferne so bezwungen Durch Geistesmacht. Und doch! in meiner Gottesnähe Mahnt mich der Wunsch fast spöttisch bang: "Wer dich nur einmal wiedersähe Minutenlang". (S. 116)

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