Neue Jugend

by Hieronymus Lorm (1821–1902) · 1894 German

Preis dem Geschick, das mich zu dir gezogen,
Es lehrt, daß meine Jugend nicht verflogen.
Nicht ihre Wonnen sind's und nicht ihr Zauber,
Woran mein Herz sich glühend festgesogen.
Auch sprach dein Aug' zu keinem meiner Träume
Mit mildem Strahl, er hätte nicht gelogen.
So oft mein Wunsch zum Himmel stieg, da sandtest
Du einen sichern Schmerzenspfeil vom Bogen.
Du gabst Versagung mir und Weh für Alles,
Was je ein Weib zur Liebe hat bewogen,
Und doch erkannt' ich meine Jugend wieder, -
Denn wieder hat das Leben mich betrogen. (S. 105)
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