Nacht IM Walde

by Felix Hübel

DIE Kiefernstämme ragen steil und schwarz.
Ich liege wie in einem tiefen Schacht,
am Grunde eines Brunnens, den noch keiner maß.
Hoch über mir schweigt dunkelblau die Nacht.

Ich höre dieser Stille rätselvollen Ton:
Sind das die Sterne, die ihr Licht ergießen?
Ein blasses Flimmern rieselt es herab,
ein lautlos Leuchten seh ich abwärts fließen

zu mir! zu mir! der ich im Finstern bin,
so grauenvoll bedrängt von Kerkermauern.
Ich recke meine Hände hoch empor
und fühle Sternenfunken dran herniederschauern. (S. 23)
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