An meinen Freund Herrn P. St.
Jüngst erst fragtest du, ob meinem Herzen Näher läge brauner Locken Glanz? Ob ich fröhnte blonder Mädchen Scherzen? Ob ich beyden wände gleichen Kranz?
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Schwer ist hier die Wahl! – Auf Ida’s Höhen,
Hat schon blind sich Paris fast gesehen; Und ich armer später Enkel wär so dreist, Noch zu richten über schöner Formen Geist? – Doch, es sey! ich will es muthig wagen,
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Will dir dreist des Herzens Stimme sagen,
Und dein Beyfall sey mir hoher Lohn, Bau’ ich deutscher Wahrheit einen Thron; Ohne Dichterwerth sey dieses Blatt, Werth der Wahrheit hat es übersatt! –
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Wenn die nie getrübte Aetherbläue
Ohne Ausdruck blaues Aug’ umschwimmt, Blicket man nie ohne lange Reue In das schwarze Aug, das flammend glimmt;