An meinen Freund Herrn P. St.

by Heinrich Julius Ludwig von Rohr

Jüngst erst fragtest du, ob meinem Herzen Näher läge brauner Locken Glanz? Ob ich fröhnte blonder Mädchen Scherzen? Ob ich beyden wände gleichen Kranz?

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Schwer ist hier die Wahl! – Auf Ida’s Höhen,

Hat schon blind sich Paris fast gesehen; Und ich armer später Enkel wär so dreist, Noch zu richten über schöner Formen Geist? –      Doch, es sey! ich will es muthig wagen,

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Will dir dreist des Herzens Stimme sagen,

Und dein Beyfall sey mir hoher Lohn, Bau’ ich deutscher Wahrheit einen Thron; Ohne Dichterwerth sey dieses Blatt, Werth der Wahrheit hat es übersatt! –

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     Wenn die nie getrübte Aetherbläue

Ohne Ausdruck blaues Aug’ umschwimmt, Blicket man nie ohne lange Reue In das schwarze Aug, das flammend glimmt;

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