An meine Frau

by Richard von Schaukal

Lass, Vertrauteste, zusammen
uns den steilen Pfad ersteigen:
meine Sehnsucht wird in Flammen
wallend uns die Wege zeigen.

Schatten schleichen in den Talen,
drücken auf die dumpfen Tage.
Mich verlangt nach heissen Strahlen,
der ein heisses Herz ich trage.

Nebelt's gleich aus schroffen Schründen,
spreizen sich die Hindernisse:
unter Hängen, neben Schlünden
wag ich mich ins Ungewisse!

Aus: Richard Schaukal Buch der Seele Gedichte
Bei Georg Müller München & Leipzig 1908 (S. 4)

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