Mein Herz

by Theodor Fontane

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Mein Herz.

      1840. Der stolzen Sonne, heiß und glühend,      Dem stillen Monde trüb und bleich, – Sehnsüchtig tausend Sterne sprühend –      Mein Herz, mein Herz ist beiden gleich.

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Dem Himmel, klar und rein und blauend,

     Der Wolke, – jetzt gewitterreich Und jetzt in Thränen niederthauend, –      Mein Herz, mein Herz ist beiden gleich.

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Der Nachtigall voll frischer Lieder,
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     Der Rose – blüthen- – dornenreich,

Dem Frühling und dem Winter wieder,      Mein Herz es ist dem Allen gleich. Nur Einem gleicht es nicht auf Erden:      Nie will in seinem kleinen Reich

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Der langersehnte Friede werden,

     Drum ist es nie sich selber gleich.

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