Maiengruß an den Redakteur

by Joachim Ringelnatz

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MAIENGRUSS AN DEN REDAKTEUR

Frühlingszartes Wohlbehagen Schwellt erfrorne Poesie. Maiberauscht im Speisewagen Ballt sich etwas wie Genie.

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Weil Berlin voraus in Sicht ist,

Und die Sonne mich bestrahlt. Und je länger ein Gedicht ist, Desto besser wird's bezahlt. Darum: Hundertzweiundneunzig

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Tausend und fünfhundertzwei

Oder noch mehr Leute freun sich. Denn der Winter ist vorbei. Elf Millionen zweimal hundert Tausend siebenhundertzehn

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Menschen sind etwas verwundert,

Weil kein Maikäfer zu sehn. Sechs Billionen zwölf Milliarden – Schätzungsweise – fragen sich: Wo steckt Maximilian Harden.

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Nun, verflucht, was kümmert's mich.

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Vier Trillionen neun Billionen

Zirka Siebenhundertelf Milliarden fünf Millionen Achtzehntausend hundertzwölf – –

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Und ich könnte das erweitern

Bis in die Unendlichkeit, Doch ein Dichter tritt den heitern Frühlingszarten Mai nicht breit. Sondern trinkt, sich selbst beschränkend,

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Maienbowle, Maienkraut,

Seines Redakteurs gedenkend, Dem er voll und ganz vertraut.

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