Madonnengesichter

by Joachim Ringelnatz

[32] MADONNENGESICHTER Schwer zu ertragen Ist Dummheit, wenn sie verschlagen Ist oder sich überhebt. Aber im Grunde der Dummheit lebt

5
Das wehrlos Naive.

Der Dummheit schöne Tiefe Ist kein Loch. Hat sie doch Keinen richtigen Rand

10
Wie etwa Löcher in Strumpf, Flöte, Sand.

Huren, sich einsam zur Weihnacht berauschend; Wassermädchen, den Gästen lauschend; Mägde, die wartend vorm Haus stehn, Können ergreifend schön aussehn.

15
Je mehr Verzicht

Aus der Dummheit spricht, Desto tiefer neigt Desto höher steigt Sie. – Warum zagte der Dichter

20
Vor dem Titel „Madonnengesichter“?

More poems by Joachim Ringelnatz

All poems by Joachim Ringelnatz →