Liebestrost

by Elisabeth Grube geb. Diez

Komm her, mein Kind! dir hab' ich Nichts zu geben,
Verlassen bin ich, arm und tiefbetrübt.
Und Schmerzen biet' ich der, die treu mich liebt -
Komm, willst du mein sein, in so schwerem Leben?

So fragt' ich Sie, die mir das Herz gegeben,
Die allerschönste Treu' an mir geübt;
Die mich unsäglich liebevoll geliebt -
Und diesem Liebreiz wollt' ich widerstreben! -

Sie sagte nichts - ein heller Himmelsfunken
Traf mich ihr Blick und selig wonnetrunken
Ruht' ich an ihrer Brust, in ihrem Arm. -
Was red' ich denn, von all' den Lebensschmerzen?
Es liegt in zärtlichen, in treuen Herzen
Ein Schatz, der überwieget jeden Harm!
(1850)

aus: Gedichte von Katharina Diez
und Elisabeth Grube, geb. Diez
Stuttgart 1857 (S. 191)

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