Lenzeszeit, lustgeweiht

by Peter Cornelius German

Hast mit Wonnen mir das Herz berauschet! Golden Rat,   süße Tat Hab' ich von der Nachtigall erlauschet. Schmetterling   kosend hing An der Blüt', umweht von Frühlingswinden; Liebesneid,   süßes Leid Mußt' ich mit der Nachtigall empfinden. Da erscholl   wonnevoll Ihr Gesang, von Lust und Schmerz durchdrungen; Liebentfacht   hatt' ich acht Wie sie sang, und hab' es nachgesungen. Und ihr Nest   wohlig fest Baute sie, bestreut mit Blütenstaube; Moosbedeckt,   dicht versteckt Wölbt' ich mir im Wald die Buchenlaube. Nachtigall   süß mit Schall Hat die Braut gelockt aus weiter Ferne; Mich umdacht   Waldesnacht, Und im Dunkel glühn mir helle Sterne. Alles still!   Wonne will Nicht mit lautem Klang der Welt sich zeigen; Nachtigall!   Süßen Schall Hast Du mich gelehrt und süßes Schweigen. (S. 13)

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