Kassel (Die Karpfen in der Wilhelmstraße 15)

by Joachim Ringelnatz

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Kassel (Die Karpfen in der Wilhelmstraße 15)

Man hat sie in den Laden In ein intimes Bassin gesetzt. Dort dürfen sie baden. Äußerlich etwas ausgefranst, abgewetzt –

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Scheinen sie inwendig

Doch recht lebendig. Sie murmeln Formeln wie die Zauberer, Als würde dadurch ihr Wasser sauberer.

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Sie kauen Mayonnaise stumm im Rüssel
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Und träumen sich gegen den Strich rasiert,

Sodann geläutert, getötet, erwärmt und garniert Auf eine silberne Schüssel. Sie enden in Kommerzienräten, Senden die witzigste von ihren Gräten

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In eine falsche Kehle.

Und ich denke mir ihre Seele Wie eine Kellerassel, Die Kniebeuge übt. – – – Ja und sonst hat mich in Kassel

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Nichts weiter erregt oder betrübt.

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