Dein Namensfest erscheint. Wie sollt ich mich nicht freuen?
Hier ist ein treues Blatt, das meine Hand Dir giebt.
Dir, Werther! Den mein Herz so rein, so zärtlich liebt,
Dir muß ich wahrlich heut den ersten Weihrauch streuen.
Der Himmel schenke Dir ein unverletzt Gedeihen!
Er wende allen Gram, der Deinen Geist betrübt!
Und da Dein treuer Fleiß sich in den Künsten übt;
So müsse jeder Tag Dir neue Kraft verleihen.
Dieß wünscht die Redlichkeit, die keinen Zierrath kennet,
Nichts von Verstellung weis, und sich Dein eigen nennet.
Bleibst Du, geliebter Freund! mir ferner nur geneigt;
So wird Dein treuer Rath auch meine Kunst erhöhen:
Dann sollst Du künftig hin ein besser Opfer sehen,
Wann Glück und Lust bey Dir gleich Deiner Tugend steigt.