In glühendem Verlangen
by Hermann Rollett (1819–1904) · 1865 German
O war das eine Seligkeit -!
Wir hielten uns umfangen,
Das Auge schwamm in Trunkenheit,
Das Herz in Gluthverlangen.
Die Lippen glühten, lustdurchzuckt,
In einen Brand zusammen,
Es funkte durch die Adern uns,
Als stünden wir in Flammen.
Es war, als ob uns leis' umzög'
Ein stillverzücktes Klingen,
Als hörten wir voll Seligkeit
Die Engel selig singen.
Es war, als strömte Zauberduft
Aus einer Wunder-Rose,
Der uns zur Gluth der Lieb' entzückt
In brünstigem Gekose.
Die reinste Jungfrau konnt' es seh'n,
Wie wir uns heiß umfangen, -
Sie wäre hold erröthet nur -
In glühendem Verlangen. (S. 78)
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