Im Schmerze
by Hermann Rollett (1819–1904) · 1865 German
Das Gras auf der Haide, so grün und voll,
Spricht ewig, daß ich hoffen soll.
Die Rosenflur ruft glühend roth:
Liebe, liebe bis in den Tod!
Und der blaue Himmel oben spricht:
Vergißmeinnicht! Vergißmeinnicht! -
Du grünes Gras, du weißt es nicht
Wie bald, wie bald die Treue bricht!
Du liebes Röslein, so glühend roth, -
Du weißt nichts von der Liebe Tod!
Du aber, Himmel, so tief und blau -
Kühle mein Herz mit deinem Thau,
Oder erlöse von seinem Schmerz
Ein wehmuthvolles, banges Herz! (S. 98)
More poems by Hermann Rollett
-
Des Herzens tiefster Wunsch
Der läßt sich niemals sagen,
Den muß im Herzensgrund …
-
Das war ein Balsam für mein wundes Herz,
Das war ein kühler Thau für meine Seele,
Die, schon verschmachtend, trank den heißen Schmerz, …
-
Das Herz ist ein Röslein
Mit hundert Blättern;
Drauf flimmert die Liebe …
-
Es ist so dunkel, es ist so kalt,
Kein einziger Stern am Himmel strahlt,
Ein einziges Blümlein im Felde blieb - …
All poems by Hermann Rollett →