III.

by Johann Hermann Schein (1586–1630) · 1609 German

Ach Filli Schäffrin zart/
Wer ich eins deiner Schäffelein/
Würd ich nach Hirten Art
Dir besser angelegen seyn:
Abr so thust du mich allweg weiden/
Das bringt mir unaußsprechlich leiden.

Ach Filli lobesan/
Wer ich ein grünes Bäumelein/
Würdst du dich zu mir nahn/
Untr meinem schatten schlaffen ein:
Abr so ich schlaffen muß alleine/
Deßwegen seufftze/ klag und weine.

Ach Filli hoch geborn/
Wer ich ein Waldvögelein/
Würd ich dein leise Ohren
Bewegen mit meinem Stimmelein:
Abr so mein seufftzen/ klag und flehen/
Thut alls in Wind vorüber gehen.

Ach Filli Wälder Zier/
Wer ich ein klares Brünnelein/
So badest du an mir
Dein nackend zartes Leibelein/
Abr so mir nicht zu gut kan werden/
Daß ich dich bloß anseh auff Erden.

Drumb O Cupido blind/
Verwandel mich der Filli mein
Zum Schäffelein geschwind/
Odr zu eim grünen Bäumelein:
Odr laß mich als ein Vöglein singen/
Odr als ein Brünnelein entspringen. Aus: Ander Theil Musica boscareccia.
Wald Liederlein Auff Italian-Villanellische Invention
Beydes für sich allein mit lebendiger Stim
oder in ein Clavicimbel etc.
von Johann Hermann Schein
Leipzig 1628
[ohne Seitennumerierung]

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