Holdes Grab

by Friedrich von Sallet (1812–1843) · 1843 German

Ich bin begraben, ach!
In süßer Todeslust;
Mein holdes Grabgemach
Ist meines Liebchens Brust.
Und wie auf Gräbern blühen
Mairöslein, früh entsprossen,
So hat ein rosig Glühen
Die Wangen ihr umflossen.

Es keimt dies holde Blüh'n
In meines Herzens Grund,
Die Seufzer, die da glüh'n,
Hauch' ich aus ihrem Mund.
Es weht um ihre Glieder
Ein Singen und ein Klingen -
Das sind die leisen Lieder,
Die mir in ihr entspringen. (S. 19)
_____

More poems by Friedrich von Sallet

  • Das Wunderland

    O kennst du noch das Wunderland,
    Mein Mädchen, wo wir weilten?
    Wo wir vergaßen, Hand in Hand, …
  • Der Himmel im Auge

    Als ihr helles Aug' mit Beben meinem Kuß entsiegelt war,
    Sah ich einen Himmel schweben drinnen abgespiegelt klar. -
    War das nun der hocherhabne, der empor sich sonnig trägt? …
  • Nachtigall und Rose

    Sang mit wundersüßem Schall
    Also einst die Nachtigall:
    "Wie so hold und wunderschön, …
  • Zephyr und Rose

    Zephyr will die Rose wiegen,
    Rose will sich abwärts schmiegen:
    "Ei!" sie flüsternd lind begann: …

All poems by Friedrich von Sallet →