An H. Christoph von Dihr

by Andreas Gryphius

[31]

V. An den HochEdlen Gestrengen vnd Groß-Achtbaren / etc. H. Christoph von Dihr / in Streidelsdorff Röm. Käys. Maytt. würcklichen Rath / vnd Beysitzern deß Königlichen Manngerichts in dem Fürstenthumb Glogau: vor meiner Abreise in Niederlandt / IV. Maij Anno cIɔ Iɔc XXXVIII. IHr Nordstern letzter Zeit / deß Vaterlandes Stütze:      Die einig noch nicht bricht / nun Kirch vnd Haus verfällt      Den Ach vnd Noth nicht pocht. O vnerschreckter Held / An dem man einig sieht wie steiff sich Tugend schütze:

5
[32]
Ihr / der vns lehrt was Kunst Hoch-Edlem Blutte nütze;

     Herr / dessen Lob / die itzt noch vngebor’ne Welt      Wird rühmen / wenn wir Staub / Ade! ich muß ins Feld / Mein hart Verhängnüß rufft mich wider an die Spitze.      O Vater gute Nacht! der mich itzt von Euch reißt

10
     Vnd durch die wilde See in ferne Grentzen weißt /

Erhalte diese Hand die ich so traurig küsse.      Ich wündsche nicht nur mir. Sol vnser Leid vergehn      So muß durch euren Rath / was liegt vnd sinckt auffstehn / O! daß mein Land mit mir / euch doch bald frölich grüsse!

More poems by Andreas Gryphius

All poems by Andreas Gryphius →